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Rindert Kromhout – Brüder für immer

Brüder für immerAmazonRindert Kromhout
Brüder für immer
(Kinder- und Jugendbücher)

Rezensionen

MaggyGray

Ich hätte mir nicht gedacht, dass mir „Brüder für immer“ so gut gefallen würde. \r\nZwar als Jugendbuch ausgezeichnet, ist diese Geschichte für jedes Alter \r\ngeeignet, und für Kunstinteressierte sowieso.\r\n\r\nIm Kern der berühmten Bloomsbury Group wachsen die Brüder Quentin und \r\nJulian, zusammen mit ihrer Schwester Angelica, als Kinder der berühmten \r\nMalerin Vanessa Bell in einer freien und toleranten Umgebung auf. Die Mutter \r\nhat sich vom Vater ihrer Kinder getrennt und wohnt mit dem schwulen Maler \r\nDuncan Grant in einem alten Bauernhaus in der Nähe Londons. Die Tante der \r\nKinder, Virginia Woolf, ist ein gern gesehener Gast und wird auch oft besucht; \r\ndas Theaterspielen gehört dann zum festen Ablauf des Tages. In einer Zeit, in der \r\ndas gesellschaftliche Leben und die Rollenverteilung von Mann und Frau strikt \r\ndurchorganisiert waren, war die Bloomsbury Group ihrer Zeit weit voraus. Nicht \r\nnur im neuartigen Mal- bzw. generell Kunststil, sondern auch, was \r\nLiebesbeziehungen und Affären betraf. Homosexualität war genauso normal wie \r\ndie Tatsache, dass Vanessa Bell zwar vom Vater der Brüder getrennt, doch immer \r\nnoch mit ihm in enger Freundschaft verbunden war. \r\n\r\nDer Ich-Erzähler Julian Bell beschreibt 12 Jahre seiner Kindheit und Jugend, er \r\nerzählt von seinen Geschwistern und den vielen Menschen, die im Bauernhaus \r\nein und ausgehen – manche bleiben, manche verschwinden. Mit der Zeit merkt \r\nman, dass sich die Brüder auseinanderentwickeln. Zwar sind sie bis zum Schluss \r\nin enger Freundschaft und Liebe verbunden, doch während Quentin seine ersten \r\n– erfolgreichen – Versuche als Autor macht, wendet sich Julian der Politik und \r\ndem Linksliberatismus zu. Mit Hilfe eines Radios nimmt er am Weltgeschehen \r\nteil und wird dabei mehr und mehr vom Wunsch erfüllt, aktiv am Weltgeschehen \r\nmitzuwirken. Dies tut er denn auch: er geht nach Spanien, um dort im \r\nBürgerkrieg seinen Teil zu leisten. Leider nur von kurzer Dauer: nach nur knapp \r\nzwei Wochen kam er durch einen Sprengkörper um.\r\n\r\nDie Personen, die der Autor auftreten lässt, hat es tatsächlich gegeben. Ob die \r\nbeschriebenen Abläufe genauso stattgefunden waren, ob der Autor Sachen \r\nwegließ oder hinzudichtete – künstlerische Freiheit – kann ich nicht beurteilen. \r\nJedoch ist der Schreibstil herrlich, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

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