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Die 10 beliebtesten Bücher der Community

  1. Sophie Kinsella: Kein Kuss unter dieser Nummer Bewertung 9,20
  2. Ken Follett: Die Säulen der Erde Bewertung 9,00
  3. Stieg Larsson: Verblendung Bewertung 8,92
  4. Suzanne Collins: Die Tribute von Panem. Gefährliche Liebe Bewertung 8,83
  5. Andreas Eschbach: Das Jesus-Video Bewertung 8,75
  6. Suzanne Collins: Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele Bewertung 8,63
  7. Stieg Larsson: Verdammnis Bewertung 8,50
  8. Luca Di Fulvio: Der Junge, der Träume schenkte Bewertung 8,50
  9. Dan Brown: Illuminati Bewertung 8,44
  10. Adena Halpern: Die zehn besten Tage meines Lebens Bewertung 8,40

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Die letzten 5 Rezensionen

  • Katja Lange-Müller
    Drehtür
    (Romane und Erzählungen)

    Xirxe (Bewertung 6,00)

    Ein Roman soll dieses Buch sein, doch auf mich wirkte Drehtür eher wie ein Erzählband. Zusammengehalten werden die etwas mehr als 200 Seiten durch Asta, die nach vielen Jahrzehnten im Ausland als Krankenschwester wieder in ihre Heimat zurückgekehrt ist. Am Münchner Franz-Josef-Strauß-Flughafen gelandet, gönnt sie sich eine Atempause an einer Drehtür, wo sie sich ihrer Nikotinsucht hingeben kann. Dabei beobachtet sie die sie umgebenden Menschen, von denen manche sie an frühere Bekannte, KollegInnen oder FreundInnen erinnert - oder sind es sie vielleicht sogar? Doch immer wieder verliert sie die Personen aus ihrem Blickfeld, jemand Anderes taucht auf - und eine neue Erinnerung bahnt sich ihren Weg in Astas Gedächtnis, um danach wieder zu verschwinden. Wie die Menschen, die durch die Drehtür gehen.

    Mir kamen diese Rückblicke, die sehr detailliert geschildert werden, recht wahllos vor. Es geht unter anderem um eine Kollegin, die wiederum den Werdegang einer Möchtegern-Revolutionärin erzählt; ein Aufenthalt in New York, bei dem ein Film das eigentliche Ereignis war; ein Urlaubsaufenthalt mit einem Ex-Freund; eine Begegnung mit einem Nordkoreaner, die vielleicht der Auslöser für ihr eventuelles Helfersyndrom war; ihre einzige wahre Liebe. Es sind mindestens zehn, wenn nicht mehr Geschichten, die häufig wiederum den Rahmen für eine weitere Erzählung bilden. Meist sind es eher alltägliche Begebenheiten, die durch eine bestimmte Wendung zu etwas Außergewöhnlichem werden. Dazwischen hängt Asta ihren eigenen Gedanken nach, beispielsweise über das Helfen an sich oder über die Bedeutung einzelner Worte ihrer Muttersprache, die sie so lange nicht genutzt hat.

    Es macht Freude, Katja Lange-Müllers Sprache zu folgen, beinahe mehr als dem Roman (der nach meinem Dafürhalten keiner ist). Denn wie sie die Vielfältigkeit der Worte nutzt und mich beim Lesen immer wieder darüber zum Staunen brachte - das ist wirklich beeindruckend. Nur ein kleines Beispiel: "... wirkte Georg, als ob er den Ostler, der er ja war, nur spiele. - Das ist eine Rolle, dachte ich. Aber wickelt er sich in sie hinein oder aus ihr heraus?"

    Wäre das Ganze jetzt noch ein richtiger Roman; eine Geschichte in der man die Entwicklung einer oder mehrerer Personen mitverfolgen kann - ich wäre sicherlich hinundweg.


  • Imbolo Mbue
    Das geträumte Land
    (Romane und Erzählungen)

    Xirxe (Bewertung 9,00)

    Jende Jonga und seine Frau Neni haben es geschafft: Sie sind in New York, USA, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. In Kamerun, woher sie beide stammen, gab es zum Einen keine Möglichkeit für sie, gemeinsam zu leben. Und zum Anderen waren ihre Zukunftsaussichten alles andere als rosig. Arbeit gibt es dort so gut wie keine und wenn, sind es schlecht bezahlte Hilfsarbeiten. Um aufs College zu gehen oder eine der wenigen gut bezahlten Stellen zu erhalten, muss man Beziehungen und Geld haben - Jende und Neni haben beides nicht. Doch dank seines Cousins haben sie es in die USA geschafft: Jende hat eine gute Stelle als Chauffeur bei einem Wallstreet-Banker und Neni macht ihren Abschluss, um danach Pharmazie zu studieren. Alles ist wunderbar, doch dann kommt die Bankenkrise und das Leben der Jongas ändert sich.

    Die Geschichte wird vollständig aus der Sicht der Jongas erzählt: Jende, der den Großteil seiner Zeit als Chauffeuer mit seinem Arbeitgeber Mr. Edwards verbringt, einem leitenden Manager bei Lehman Brothers. Und Neni, die im Sommer für Mr. Edwards Frau in den Hamptons arbeitet. Beide erhalten unweigerlich einen tiefen Einblick in diese Familie, die so reich ist, dass es die Jongas kaum glauben können. Doch nie gibt es ein Wort oder einen Gedanken des Neides - stattdessen sind Jende und Neni den Edwards überaus dankbar, auch wenn diese sich kaum für ihre Angestellten interessieren. Typisch, könnte man nun meinen. Diese reiche, egoistische und egozentrische High-Society, die den Bezug zum normalen Leben so gut wie verloren hat. Doch so leicht macht es die Autorin den Lesenden in ihrem Erstlingswerk nicht. Auch die Edwards haben ihr Päckchen zu tragen und nicht alle Banker denken ausschließlich an ihren eigenen Profit.

    Imbolo Mbue, die selbst aus Kamerun stammt und nun in den USA lebt, hat nach meinem Empfinden ein ungemein realitätsnahes Werk geschaffen, dass vermutlich die Hoffnungen und Ängste vieler Einwanderer (nicht nur derjenigen aus Afrika) nachvollziehbar widerspiegelt. Dass sie bei der Darstellung des amerikanischen Gegenübers nicht in Klischees verfällt, ist ein weiterer großer Pluspunkt für diese unterhaltsame, etwas traurige aber auch amüsante Geschichte. Sehr sehr lesenswert!


  • Adrian McKinty
    Rain Dogs
    (Romane und Erzählungen)

    Xirxe (Bewertung 8,00)

    Eine Journalistin wird in einer verschlossenen Burg tot aufgefunden - vor einem hohen Turm liegend, von dem sie offenbar heruntergesprungen ist. Oder vielleicht doch gestoßen? Sean Duffy, der zuständige Detective, hat es zum zweiten Mal in seiner Karriere mit einem Fall zu tun, in dem ein Mensch in einem abgeschlossenen Raum gestorben ist. Schon wieder ein Mord? Gibt es so einen Zufall?

    Was dieses Buch von vielen Krimis unterscheidet, ist unter anderem die perfekte Verflechtung von Fiktion und realen Geschehnissen in Nordirland in der Zeit der Achtziger des letzten Jahrtausends. Nie wirkt es aufgesetzt oder konstruiert, sondern es ist ganz klar: So hätte es durchaus sein können. Der Besuch Muhammad Alis in Belfast und sein Zugehen auf die Skins; die Unruhen und Attentate auf die Polizei Nordirlands; die Pädophilenringe, über deren Existenz die Öffentlichkeit erst 2013 erfuhr. All dies und einiges mehr ist auf so natürliche Weise Bestandteil dieses Krimis, dass man sich voll und ganz in diese Zeit zurückversetzt fühlt.

    Auch der Schreibstil ist teilweise eher ungewöhnlich: Insbesondere bei Momentaufnahmen und alltäglichen Routineverrichtungen gibt es nur stakkatohafte Sätze. Beispielsweise Büro. Fenster. Lough. Kohlenschiffe. Regen. oder Telefon. Früh. Doch es passt zu Sean Duffy, der eher zu wenig als zu viel redet und seine Energien lieber für andere Dinge aufspart.

    Es ist der fünfte Teil um diesen katholischen Bullen, der in Nordirland während der Unruhen in den Achtzigern seinen Dienst versieht. Keine Sorge, dieser Band lässt sich auch ohne Vorkenntnisse problemlos lesen, denn etwaige Anspielungen auf die Vergangenheit werden entweder kurz erklärt oder spielen schlicht keine Rolle. Mir gefiel dieser Krimi wirklich gut, auch wenn es deutlich weniger Überraschungsmomente gibt wie zum Beispiel in der Harry-Hole-Reihe von Jo Nesbø. Dennoch werde ich mir auch noch die anderen Bände dieser Reihe mit Sean Duffy mal näher anschauen.


  • Ada Dorian
    Betrunkene Bäume
    (Romane und Erzählungen)

    MaggyGray (Bewertung 4,00)

    Ein bisschen halbgar das Ganze...

    Auf knappen 300 Seiten versucht Ada Dorian ein Geflecht aus menschlichen Beziehungen zu entwirren, und obwohl sich zum Schluss alles aufklärt, bleibt - zumindest bei mir - ein etwas schaler Geschmack zurück.

    In Rückblenden wird vom Leben Erichs erzählt, der in Sibirien, gemeinsam mit dem einheimischen Führer Wolodja, eine Expedition unternahm und dabei Dascha und ihr Baby kennen- und lieben gelernt hat. Er holt beide in die DDR, beide bekommen noch ein Kind - Anton - doch als Dascha wieder in ihre Heimat zurückkehrt, bleibt Erich in Deutschland. Obwohl er versprochen hat, sie zu begleiten, sobald er in Rente geht.

    Katharina reißt von zu Hause aus, weil sich ihre Eltern mehr oder weniger auseinandergelebt haben und der Vater berufsbedingt nach Sibirien geht. Das Mädchen kommt in der leerstehenden Wohnung gegenüber Erichs Wohnung unter und beide lernen sich kennen. Gerade als beide beschließen, nach Sibirien zu fahren um die Ehefrau bzw. Vater zu finden, macht ihnen Erichs Alter einen Strich durch die Rechnung.

    Der Debütroman von Ada Dorian lässt sich schnell auslesen, was bei der Dichte der Einzelstränge leider bedeutet: alles ist seltsam flach und unspektakulär, die Charaktere blass, die einzelnen Motivationen fast schon lustlos, die Dialoge gestelzt und sperrig. Von Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg, über Vaterschaften und Verrat, zu Erderwärmung, Altersdemenz, jugendliche Ausreisser, Drogen-Bad-Boy und Heimlicher-Boyfriend... Das ist alles viel zu viel auf so wenig Seiten. Entweder man lässt ein bisschen was weg, oder man schreibt mehr - aber Tiefe sollte schon sein. Die Ausreisserin Katharina fand ich ziemlich unrealistisch, den Auftritt des DrogenMuskelmannes mit seiner "Eskorte" erst recht; Erich lähmt sich selbst mit einem Verrat an Wolodja, der im ganzen Buch Erich so fremd zu bleiben scheint, wie zuletzt Irina ihrem Vater. Und sich deshalb nicht mehr zur Liebe seines Lebens zu trauen...

    Alles in allem ein nettes Buch mit wirklich guten Ansätzen, aber überzeugt hat es mich letztendlich nicht.


  • Imbolo Mbue
    Das geträumte Land
    (Romane und Erzählungen)

    MaggyGray (Bewertung 8,00)

    Arm und Reich – diese beiden Welten verkörpern auch Jende Jonga, Immigrant aus Kamerun, und Clark Edwards, reicher Investmentbanker bei Lehman Brothers. Beide begegnen sich, als sich Jende um einen Job als Chauffeur bei Edwards bewirbt, und diesen heiß begehrten Arbeitsplatz auch tatsächlich bekommt. Doch die Pleite der Lehman Brothers macht beiden einen Strich durch die Rechnung.

    Die drei- später vierköpfige Familie Jonga lebt in Harlem, hofft auf ein besseres Leben im „großartigen Amerika“ und baut auf einen positiven Asylbescheid Jendes. Neni möchte Apothekerin werden, hält sich mit ihrem Studentenvisum legal im Land auf und gehört zu den intelligentesten in ihrem Semester. Beide haben sich in ihrer Welt eingerichtet und arbeiten hart, um ihr Ziel zu erreichen. Als ein zweites Kind kommt, verbietet Jende seiner Frau weiter zu studieren, obwohl dies ihren Aufenthaltsstatus gefährden könnte.

    Die Clarks wiederum leben ein Leben nebeneinander her; die Ehefrau Cindy ist eine verzweifelte, depressive Frau, die durch ihre schwere Vergangenheit gezeichnet ist und sich nicht aus der daraus resultierenden Rolle freimachen kann, während ihr Mann von früh bis spät arbeitet und kaum noch Zeit für die Familie hat. Dies wird ihm auch immer wieder vorgehalten, doch er ist der Meinung, der hohe Lebensstandart seiner Familie, der seiner Arbeit zu verdanken ist, ist Liebesbeweis genug.

    Als Jende seinen Job als Fahrer verliert, stürzt er in ein emotionales Loch, und trifft eine folgenschwere Entscheidung. Ist er anfangs noch der liebevolle Vater und liebenswerte Angestellte, bricht im Laufe der Geschichte zunehmend sein männerorientiertes Weltbild durch, das er von zu Hause, von Kamerun, kennt. Solange er nicht fähig ist, genügend Geld zu verdienen, möchte er auch nicht länger in den USA bleiben, auch wenn seine Frau Neni diesen Part übernehmen und nach wie vor mit ihrem Studendenvisum im Land bleiben könnte. So dreht sich irgendwann alles nur noch um seine Bedürfnisse, während Neni verzweifelt. Doch letztendlich ordnet sie sich ihrem Mann unter.

    Imbolo Mbue hat einen wundervollen Schreibstil; sie erzählt so gekonnt und flüssig, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.


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